Mittwoch, 1. November 2017

Rituale

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Der Post vom 31.10. in Luisa Francias Tagebuch zum Thema Rituale gefällt mir gut:
http://www.salamandra.de/tagebuch/start.php. In den 80er Jahren habe ich mit Freundinnen wilde und fantasievolle Rituale gefeiert. Wir haben damals viel ausprobiert und neue Erfahrungen gemacht. In den 90er Jahren habe ich mit meinem damaligen Mann einige Rituale gemacht, nicht nur zum Jahreskreis sondern auch Wunschrituale. Das schönste fand auf einem Berg in Finnland statt. Wir machten ein kleines Feuer und alles Weitere ergab sich spontan. Die Wünsche, die wir damals in die Welt gegeben haben, sind übrigens alle in Erfüllung gegangen. Auch bei Alma mater habe ich einige sehr schöne und tiefwirkende Rituale erlebt: geblieben ist seitdem mein Faible für die Lichtmesszeit.
Im Laufe der letzten zehn Jahre hat es sich allmählich ergeben, daß mir etwas an der Art die Jahreskreisfeste zu feiern, nicht mehr gefiel. Ich konnte das lange nicht richtig fassen und daher auch nicht verändern. Als sich Anfang des Jahres unsere Ritualgruppe auflöste, war ich nicht zufrieden mit der Art, wie das geschah. Die Rituale selber vermisse ich allerdings überhaupt nicht mehr. Ich habe in diesem Jahr auf ganz unterschiedliche Weise die sich verändernden Energien im Jahreskreis wahrgenommen und gewürdigt. Für mich wird immer wichtiger, einfach nur Zeit zu haben, um wahrzunehmen, was gerade da ist, was sich zeigen möchte. Dasein und mich als Teil des Großen Ganzen fühlen, immer weiter, immer offener zu werden. So kann nach meiner Erfahrung ein heiliger Raum entstehen. Rituale mit festen Abläufen, festen Zuordnungen machen hingegen den Raum oft sehr eng und werden schnell langweilig.
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Ich habe gerade das Kapitel über die Jagd in Richard David Prechts Buch Tiere denken gelesen und finde es ziemlich gut. Mit Logik und Leidenschaft nimmt er das ganze Gerede vom Jäger als Heger auseinander und stellt sie als das hin, was sie sind: Menschen, die Spaß am Töten haben. Das gern immer wieder vorgebrachte Argument, die Jagd diene dazu, Wildbestände zu regulieren und habe daher eine ökologische Funktion, ist Bullshit. Denn Jäger sind diejenigen, die systematisch für Ungleichgewicht in der Ökologie des Waldes sorgen: indem sie Wildbestände im Winter durchfüttern und dadurch verhindern, daß eine natürliche Auslese stattfinden kann.
Die Briten sind in dieser Hinsicht zwar nicht besser aber in ihrer Sprache ehrlicher: bloodsport ist die Bezeichnung für Hetz- und Treibjagden.
Der Förster Peter Wohlleben tritt übrigens für eine komplette Entwaffnung der Jäger in Deutschland ein und hat sich damit den Zorn der Jägerschaft eingehandelt.

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